Der Flugzeugabsturz in Emersacker

am 17.4.1942

 

An diesem Tage erfolgte erstmals ein Angriff der englischen Air Force auf das MAN-Werk in Augsburg. Ihr Auftrag war, die Produktionsstätte der Motoren für die deutschen U-Boote zu zerstören. Zwölf schwere, 4-motorige Langstreckenbomber "Avro-Lancaster" starteten in England und flogen über Frankreich in Richtung Bodensee. Von Süden kommend wurde die Fa. MAN gezielt angegriffen.

Vom deutschen Jagdfluggeschwader "Richthofen" wurden bereits vier Bomber über Frankreich abgeschossen. Drei weitere Maschinen brachte die Flak in Augsburg zum Absturz. Ein weiteres Flugzeug wurde angeschossen und stürzte daraufhin brennend gegen 20.10 Uhr in Emersacker, im Wald zwischen der Sägmühle und dem Lerchenberg, ab. Von den 7 Besatzungsmitgliedern starben 5 unmittelbar an der Absturzstelle. Ein weiterer erlag am darauffolgenden Tag an seinen Verletzungen im Krankenhaus.

Das 7. Crewmitglied, der Pilot, konnte verletzt zu Fuß in Richtung Westen fliehen. Kurz nach Mitternacht klopfte er dann an der Haustüre eines Bauern in Holzheim (bei Dillingen). Die großen Schmerzen hatten ihn zum Aufgeben gezwungen. Der Bauer in Holzheim weckte seinen Nachbarn und beide brachten den Verletzten nach Weisingen zum dort ansässigen Arzt Dr. Schilling. Nach der medizinischen Versorgung wurde er von Wachsoldaten abgeholt und kam in deutsche Gefangenschaft. Die Toten (sie waren zwischen 20 und 28 Jahre alt) beerdigte man zunächst im Augsburger Westfriedhof. Nach Kriegsende wurden sie nach Dürnbach am Tegernsee in den dortigen Soldatenfriedhof umgebettet (Durnbach War Cementry).

An der Absturzstelle errichtete der SKV Emersacker im April 2003 einen Gedenkstein für die verstorbenen Soldaten. Neben der Erinnerung an dieses örtliche Kriegsereignis soll dies ein Beitrag zur Völkerverständigung und Ermahnung zum Frieden sein.

 

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